Schon seit ich denken kann, liebe ich es zu fliegen. Diese Spannung und Aufregung, die Vorfreude auf ein neues Ziel. Fliegen verbinde ich schlichtweg mit Freiheit und Freude. Seit ich auf Teneriffa wohne sogar noch viel mehr, denn wenn man Teneriffa verlassen will, muss man meistens fliegen. Es sei denn man will zu einer Nachbarsinsel oder man steht auf tagelange Schifffahrten.

Bei Ankunft am Flughagen stelle ich dabei jedoch immer wieder fest, dass man stets auf dieselben Mitreisenden trifft. Das meine ich nicht wörtlich, sondern ganz als Klischee. Meist lehne ich mich dann zurück, beobachte stumm und fasziniert so manche Eigenheiten meiner Mitreisenden. Und ja ich gebe es zu: meistens amüsiere ich mich königlich darüber.

Verstehe mich bitte nicht falsch, ich möchte niemanden nahe treten, beleidigen, bloßstellen oder diskriminieren. Ganz im Gegenteil: ich erfreue mich so sehr an der Vielfalt der menschlichen Charaktere, dass ich meine Eindrücke bei original im Flugzeug von und nach Teneriffa erlebten Situation einfach mit dir teilen muss. Denn du sollst ja auch deinen Spaß daran haben.    

Hier sind sie also, vier Stereotypen, die du garantiert auf jedem Flug nach Teneriffa triffst und die dir das Reisen versüßen.

Der Drängler

Drängler

Der Drängler hat es immer eilig, das liegt in seiner Natur. Er rennt am Flughafen angekommen förmlich als erster an den Schalter, unbeachtet dessen, dass am Ende sowieso alle im gleichen Flugzeug sitzen. Nichts grämt ihn mehr, als das die Schlange nebenan schneller vorrückt oder Leute gar am Sonderschalter für den Baggage Drop off überholen. Das macht ihm Stress.

Noch viel schlimmer ist allerdings das Boarding. Egal ob Sitzplatzreservierung oder freie Sitzplatzwahl – wenn er nicht als Erster im Flieger sitzt, hat er versagt. Die eigentliche Königsdiziplin des Dränglers setzt aber erst mit der Landung ein. Ihm doch egal, dass die Flugzeugtüren noch geschlossen sind und die Anschnallzeichen noch leuchten. Der Drängler springt bereits beim Einparken der Maschine auf, reißt ohne Rücksicht auf Verluste das Kabinenfach mit seinem Handgepäck auf und stürmt los. Wer dabei im Weg steht, ist selbst schuld.

Weiter geht es mit der Show am Gepäckband. Frust macht sich breit, wenn die Koffer mit dem Tempo des Dränglers nicht mithalten können. Wozu ist er schließlich extra über die Gangway gerannt, um den besten Platz am Fließband zu erhaschen? Aber der Drängler weiß sich zu helfen: die Verzögerung wird mit dem vollen Gepäckwagen direkt wieder herausgefahren. Füße anderer Mitreisender und kleine Kinder gehören da zu der Kategorie Kollateralschäden. Den Drängler hält auf seiner Flucht von A nach B so leicht nichts auf. Jetzt aber Schluss mit dem langsamen lesen, geht das auch schneller?!  

Die Duty Free- und Board-Shopper

shopper

Die strategisch günstig platzierten Duty Free-Shops an Flughäfen sind für sie das reinste Paradies. Ein Jahresvorrat an Schokolade, literweise Parfüm und der Alkohol ist unverschämt günstig. Vollbeladen mit Plastikbeuteln geht es fröhlich in den Flieger. Ein bis zwei Handgepäckfächer und der Fußraum des Nachbarmannes reicht zum Verstauen kaum aus. Und da fängt die Shopping-Orgie erst richtig an!

Schon vor Abflug wird der Bord-Katalog während der Sicherheitsanweisungen auf die neuesten Angebote studiert. Die Bordmenüs natürlich auch. Unter Umständen kann es da aber zu Enttäuschungen kommen:

“Wir hätten gern 2 mal Tomatensaft, einen Sekt, ein Bier und 2 mal das Gourmet-Essen.”

“Das tut mir leid, das Gourmet-Essen haben wir nicht mehr. Ich kann Ihnen aber gern kalte Sandwiches, warme Sandwiches, Currywurst, Chicken Nuggets, Pasta oder das vegetarische Menü anbieten.”

“Oh Gott nein! Was machen wir denn da jetzt?!”

Wenn die Stewardessen dann zur ultimativen Board-Shopping-Runde ansetzen, hält es die Shopper kaum auf ihren Sitzen. Schwere Entscheidungen stehen an:

“Horst, schau mal! Die haben auch diese Rolex hier. Ich glaube, das ist Roségold. Ich weiß ja nicht, ob sie dir gefällt. Aber ich finde, die ist sehr schön.”

“Sieht altmodisch aus.”

“Ja du hast recht, sie ist altmodisch”

Prompt wird die Stewardess nach einer Vorführung des begehrten Objekts gefragt:

“Die ist leider aus. Wurde uns heute morgen nicht geliefert.

“Och nee. Haben Sie denn Internet?”

“Hier im Flieger bieten wir das leider noch nicht an.”

“Nein, nein, Internet! Da kann man die Uhr doch sicher auch bestellen, oder?”

Der Shopper wird durch Endorphine angetrieben, die beim Einsatz seiner Kreditkarte freigesetzt werden. Er ist der liebste Kunde aller Airlines und Flughafen-Shops. Stehe ihm bei Sonderangeboten nicht im Weg, dann wirst du gut mit ihm auskommen.

Moderne Eltern  

Moderne Eltern

Es ist nicht immer leicht, Eltern zu sein. Ich selbst spreche da zwar nicht aus Erfahrung, erahne aber durchaus das Ausmaß der Herausforderung. Dennoch kommt man beim Fliegen nicht umhin, mitunter interessante Situationen mitzuerleben.

Denn wer kennt sie nicht, die antiautoritären Eltern, die neben ihren kleinen verwöhnten Kindern sitzen und rein gar nichts unternehmen, wenn diese sich unmöglich verhalten. Das Kind muss ja seine Grenzen testen. Und das tut es! Da hagelt es Tritte gegen den Sitz des Vordermannes. Es wird gequengelt und laut gestritten. Highlight ist, wenn die Eltern dann doch einmal reagieren und mit bahnbrechenden Erziehungsmethoden aufrüsten:

“Hayley Shaniah, du bist jetzt sofort ruhig oder du steigst wieder aus dem Flugzeug aus!”

Was soll ich sagen, Hayley Shaniah wäre noch uncleverer als sie ohnehin schon wirkt, wenn sie diese Warnung wirklich ernst nimmt.  

Und so geht der Spaß mit den lieben Kleinen im Flieger konstant weiter, während die eigenen Eltern meist das unglaubliche Talent besitzen, das Theater stoisch auszublenden. Die einzigen Momente, in denen du sie tatsächlich aktiv sehen wirst, ergeben sich, wenn sich Passagiere von den umliegenden Sitzplätzen einschalten und die Erziehung der Kinder übernehmen. Die kleine Hayley Shaniah könnte in ihrer freien Entwicklung ja nachteilig beeinflusst werden, wenn sie lernen muss, dass man nicht aus Trotz sämtliche Gegenstände vom Tisch anderer fegen sollte.

Der Moderator  

Moderator

Irgendwo ist er sicher. Du siehst ihn vielleicht nicht direkt, aber er ist da. Du wirst ihn hören. Denn der Moderator kommentiert einfach alles laut, was um ihn herum passiert.

“Schau mal, jetzt machen die noch einen Schalter auf!”

“Die haben aber viel Gepäck, das kann länger dauern.”

“Ja ja, bei der Sicherheitskontrolle muss man die Schuhe ausziehen, das weiß man doch.”

“Gate 28? Da muss ich ja soweit laufen!”

Es gibt verschiedene Typen von Moderatoren. Die einen gehen dir schon nach zwei Minuten unglaublich auf die Nerven. Die anderen sind eigentlich ganz witzig. Sie geben dir das Gefühl, an einem unglaublich spannendem Erlebnis teilzuhaben. Wird doch schließlich jede Entwicklung auf dem Weg zum Reiseziel mit der gleichen Brisanz wie bei einem Fußballspiel für alle Umstehenden erklärt.

Schlimm ist allerdings die Kombination aus Moderator und Besserwisser:

“Ich war schon 3 mal auf Teneriffa und habe sogar schon den Teide gesehen, ich kenne das wie meine Westentasche. Die machen da sogar eine richtige Siesta!”

“Sie müssen den Rucksack da oben in das Fach tun.” – “Der ist schwer und schweres Handgepäck und das soll man unter dem Sitz lassen.” – “Nein, nein, der muss ins Fach. Ich fliege öfter.”

“Muss der Pilot so wackeln? Jetzt habe ich beim Sudoku über das Kästchen hinaus gemalt! Also ich könnte das viel besser, das macht doch sowieso alles nur der Bordcomputer.”

Ob witziger oder anstrengender Moderator, eines steht fest: bist du leicht reizbar, bleibe ihm wenn möglich fern, denn er wird keine Ruhe geben. Stehst du allerdings auf Live-Berichterstattungen, so solltest du dich mit einem großen Becher Popcorn neben ihn setzen.

Flug nach Teneriffa

Rekapitulierend könnte man nach Lesen dieses Artikels den Eindruck gewinnen, dass ich kein Menschenfreund bin und das Fliegen hasse. Das ist allerdings völlig falsch. Auf meinen vielen Flügen von und nach Teneriffa habe ich ebenso sehr viele wundervolle, lebenserfahrene und herzliche Menschen kennengelernt, die mir die Zeit auf und über der Erde sehr versüßt haben. Und dank der 4 Stereotypen, die jedes Mal mit dabei sind, wird es niemals langweilig.

Hattest du auch schon ähnliche Erlebnisse mit einen der 4 Stereotypen auf deinen Flügen? Fehlt deiner Meinung nach jemand? Lass es mich wissen, ich freue mich auf dein Feedback :)!

Die Bilder für diesen Blogbeitrag wurden freundlicherweise von meiner besseren Hälfte gezeichnet. Wenn du neugierig auf mehr seiner Arbeiten bist, besuche seine Seite www.franz-rauenschwender.com :)