Wenn du dir eine Karte der Insel anschaust, wird dir ziemlich oft das Wort “Mirador” ins Auge stechen. Hinter diesem herrlich spanischen Wort für “Aussichtspunkt” verbergen sich zahlreiche, sehenswerte Orte auf der Insel. Einer davon ist der Mirador de Centinela – dank traumhaftem Panorama und exquisiter Küche rundet er jeden Besuch im Süden der Insel ab. Dank seiner Form sogar wortwörtlich.

Ehe ich jetzt ins Schwärmen gerate, fange ich mit dem peinlichen Teil an. Zu meiner eigenen Schande muss ich gestehen, dass ich seit nunmehr fast drei Jahren in unmittelbarer Nähe des Mirador de Centinela wohne und erst vor wenigen Monaten überhaupt von seiner Existenz erfahren habe. Ich hatte schlichtweg noch nie davon gehört und war mir gar nicht bewusst, dass in dieser Ecke der Insel etwas Interessantes sein könnte. Im Nachhinein kommt man sich da natürlich dämlich vor – die kanarische Gemütlichkeit hat mich in ihrem Bann! Aber andererseits ist das auch von Vorteil, denn die Unwissenheit trifft sicher nicht nur mich.

Dieser Aussichtspunkt ist ein echter Geheimtipp! Zudem gehört er zum Gebiet des Roque de Jama, welches als Naturmonument anerkannt und geschützt wird. Und bei einem netten Kaffeekränzchen mit der Betreiberin wurde mir geflüstert, dass beim Entwurf des Gebäudes sogar der berühmte César Manrique seine Hände im Spiel hatte. Das erklärt auch die naturverbundene Form und Struktur des Miradors, beide sind Markenzeichen des berühmten Architekten.

Blick auf den Roque de Jama vom Mirador de Centinela im Süden von Teneriffa

Nun aber mehr zum Aussichtspunkt: Über dem Valle San Lorenzo auf einem leichten Vorsprung gelegen kannst du ihn gar nicht verfehlen. Zunächst wirkt der Mirador recht unscheinbar. Die Nebenstraße verläuft halbrund und bietet zahlreiche Parkplätze. Ein kleines gelb gestrichenes Häuschen lässt erahnen, dass es ein Café bzw. Restaurant gibt. Doch erst wenn du nahe herantrittst und hinauf und hinunter blickst, erkennst du das wahre Ausmaß des Gebäudes.

Mirador del Centinela

Etwas erhöht, quasi auf dem Gipfel der Erhöhung gelegen, die von der Nebenstraße umspielt wird, befindet sich eine kleine Aussichtsplattform. Von dieser aus hast du einen spektakulären Panoramablick auf die komplette Südostküste Teneriffas – von El Médano mit dem Montaña Roja über Golf del Sur, dem Valle San Lorenzo bis hin nach Las Galletas. Vulkanisch geprägte Strukturen wohin das Auge blickt!

Mirador de Centinela

Das Restaurant befindet sich unter deinen Füßen und erstreckt sich über eine riesige Fläche. Darunter befinden sich eine Etage weiter unten weitläufige Veranstaltungsräume, die gern für Hochzeiten, Familienfeiern und Ausstellungen genutzt werden. Von den großen Glasfenstern des Restaurants aus hast du ebenso einen fantastischen Ausblick auf die Landschaft. 

Mirador de Centinela

Dank der stilvollen Einrichtung und dem überaus netten Personal kommt man sich dort wie ein kleiner König vor, der auf sein Reich schaut. Und damit man nicht zu sehr abhebt, bringt einen die gute bodenständige kanarische Küche wieder zurück auf den Teppich. ;-)

Anfahrt:

Wenn du die Südautobahn TF1 an der Abfahrt Valle San Lorenzo verlässt, halte dich immer bergauf bis du das Zentrum vom Ort Valle San Lorenzo erreichst. Fahre hier auf der Straße TF28 Richtung Granadilla de Abona weiter. Nach einigen wenigen Kurven siehst du rechter Hand schon das Straßenschild und musst nur noch rechts in den Parkplatz einbiegen. Kommst du aus der Richtung von San Miguel de Abona, so muss du auf der linken Seite der Straße Ausschau halten. 

Mirador de Centinela

Survival Index3

Fazit:

Bei dieser schönen Aussicht ist schon so manch einer zu lang sitzen geblieben…