FAQ – Nützliche Antworten für die häufigsten Fragen rund um Teneriffa

In all meiner Zeit auf der Insel gab es Fragen, die mir immer wieder gestellt wurden. Fragen, die ich vor meinem Leben auf Teneriffa auch hatte. Ich weiß also, wie du dich fühlst. Und ich weiß, wie langwierig und trocken die Suche in Foren sein kann. Deshalb möchte ich dir diesen Schritt ersparen. Finde hier meine Antworten auf die häufigsten Fragen rund um das Reisen und Leben auf Teneriffa!

 

Übersicht der häufigsten Fragen:

Wo liegt Teneriffa eigentlich?

Wie kommt man da hin?

Brauche ich ein Visum für die Einreise?

Was ist mit Impfungen? Afrika ist ja doch recht nah…

Und was ist, wenn ich doch mal krank werde?

Wie ist das Wetter dort?

Welche ist die beste Jahreszeit zum Reisen nach Teneriffa?

Was ist besser, der Norden oder Süden?

Gibt es auf der Insel überhaupt Internet?

Und den Euro?

Gibt es auch Kinder Schokolade (aka. Was gibt es auf Teneriffa zu essen)?

Ist das Leben dort teuer? Brauche ich ein großes Reisebudget?

Wie ist der Verkehr auf der Insel?

Gibt es viel Kriminalität auf Teneriffa?

Kommt man auf Teneriffa auch ohne Spanischkenntnisse zurecht?

Wie lang bist du schon auf Teneriffa?

Willst du jetzt eigentlich für immer auf der Insel leben?

 

Wo liegt Teneriffa eigentlich?

Teneriffa ist die größte der Kanarischen Inseln. Diese befinden sich südwestlich von Europa im Atlantik und bilden einen Teil von Makaronesien. Unter dem Begriff fasst man atlantische Inselgruppen vulkanischen Ursprungs zusammen, so auch die Azoren, Teile Marokkos, Madeira und die Kapverden. Aus dem Griechischen übersetzt bedeutet Makaronesien “Die gesegneten, glücklichen Inseln” – ein absolut passender Name!

Geografisch gesehen gehört Teneriffa zum afrikanischen Kontinent, bis zur Küste von Marokko sind es nur 288km Luftlinie. Politisch gesehen ist es ein Teil von Spanien und bildet gemeinsam mit den Nachbarinseln eine der 17 Autonomen Gemeinschaften des Landes.

 

Wie kommt man da hin?

Hier gibt es prinzipiell nur zwei Möglichkeiten.

Variante eins ist das Flugzeug

Je nach Abflugsort musst du mit Flugzeiten zwischen 4,5 und 5,5 Stunden rechnen (ja, es ist doch so lang). Die Flugpreise sind in den letzten Jahren stark angestiegen, allerdings lassen sich in der Nebensaison und dank Billig-Airlines nach wie vor auch günstige Verbindungen finden. Die meisten gängigen Anbieter wie

    • AirBerlin
    • Condor
    • Easyjet
    • Vueling
    • Ryanair
    • Norwegian
    • TUIFly

bieten Direktverbindungen an. Solltest du über diese Fluggesellschaften keinen passenden Flug finden, so schau einmal nach Passagen über Madrid. Von Madrid aus fliegen viele lokale bzw. internationale Airlines wie Iberia, AirEuropa oder Ryanair. Von der spanischen Hauptstadt aus sind es etwa 3 Stunden Flugzeit.

Die normalen Linienflüge landen meistens auf dem Südflughafen von Teneriffa (Aeropuerto de Tenerife Sur Reina Sofía, IATA-Code: TFS) bei El Médano. Die inselinternen Flüge und Verbindungen aus Madrid starten und landen in der Regel am Nordflughafen von Teneriffa (Aeropuerto de Tenerife Norte, IATA-Code: TFN) bei La Laguna.

Variante zwei ist das Schiff

Wenn du viel Ausdauer, Spaß an Roadtrips und Seekrankheit hast, so kannst du natürlich auch mit dem Auto auf die Insel kommen. Über die Fährgesellschaft Naviera Armas kannst du dir die Überfahrt von Huelva nach Teneriffa (legt einmal wöchentlich ab) buchen. Mit Zwischenstopp auf Lanazarote wirst du dann etwas mehr als anderthalb Tage auf dem Meer unterwegs sein, bist du in Santa Cruz de Tenerife ankommst. Für den kurzen Urlaub ist das nichts, aber für Auswanderer mit Sack und Pack ist diese Variante natürlich interessant.

 

Brauche ich ein Visum für die Einreise?

Obwohl es optisch durch die Lage der Insel nicht so wirkt, unterliegt Teneriffa dennoch durch seine Zugehörigkeit zu Spanien dem EU-Recht. Es gelten somit die gleichen Pass- und Visabestimmungen, wie auf dem spanischen Festland. Du benötigst als europäischer Bürger also nur einen gültigen Personalausweis bzw. Reisepass für die Einreise. Solltest du keinem EU-Staat angehören, ist ein gültiger Reisepass für deinen Aufenthalt notwendig.

Reisende aus Europa benötigen für Teneriffa kein Visum, wenn sie sich weniger als 90 Tage auf der Insel aufhalten. Danach müssten sie laut geltendem Recht entweder ein regelmäßiges Einkommen nachweisen oder aber eine Aufenthaltsgenehmigung beantragen.

 

Was ist mit Impfungen? Afrika ist ja doch recht nah…

Für die Kanaren gibt es keine offiziell vorgeschriebenen Impfungen. Allerdings sollte man natürlich generell empfohlene Impfungen wie die gegen Diphterie, Hepatitis A und B und Tetanus nicht außer Acht lassen.

Auch wenn die Insel quasi vor den Toren Afrikas liegt, zählt sie nicht als Risikogebiet für Malaria (ich habe in meiner gesamten Zeit hier von noch nicht einem Fall gehört).

 

Und was ist, wenn ich doch mal krank werde?

Vorsorge ist ja bekanntlich besser als die Nachsicht. In dem Sinne: eine Auslandskrankenversicherung vor dem Reiseantritt kann nicht schaden. Selbstverständlich wirst du aber auch im Notfall mit deiner europäischen Krankenversicherungskarte behandelt. Hilfreich ist hier das Formular E111, das den hiesigen Ärzten bei der Abrechnung dient. Deine Krankenversicherung sollte dir das auf Nachfrage gern zur Verfügung stellen.

Ansonsten funktioniert es hier ähnlich wie in Deutschland – es gibt Krankenhäuser sowie gesetzliche und private Ärzte. In den Krankenhäusern und bei den privaten Praxen ist die Chance groß, dass der Mediziner Englisch oder sogar Deutsch spricht. Ein deutsches Ärztezentrum gibt es ebenfalls (das allerdings recht kostenintensiv).

Solltest du während deiner Reise ärztliche Behandlung benötigen, erkundige dich vorab bei deiner (Auslandskranken-)Versicherung, welche Praxis du aufsuchen darfst. Achte auch vor Ort darauf, eine korrekte Rechnung vom Arzt zu erhalten, um später in Deutschland eine Rückerstattung der Behandlungskosten beantragen zu können. Solltest du nach Teneriffa auswandern wollen, so solltest du dich vorher eingehend mit dem Thema der Seguridad Social, dem Gesundheitssystem, auseinander setzen.

Unabhängig davon ein paar Tipps:

    • eine gute Reiseapotheke kann Wunder wirken;
    • viele gängige Medikamente (Ibuprofen, Aspirin, Voltaren etc.) gibt es auch auf Teneriffa in der Apotheke – oftmals sogar viel billiger als in Deutschland;
    • trinke kein Leitungswasser (auch wenn es penibel wirkt und die Qualität andernorts noch schlimmer ist, ich nehme zum Kochen zum Beispiel Wasser aus der Flasche);
    • Allergiker bzw. Asthmatiker sollten für den Fall eines Calima (sandige Wüstenwinde aus Marokko) ihre Medikamente dabei haben;
    • esse niemals Sushi aus einem chinesischen Buffet-Restaurant!!!

 

Wie ist das Wetter dort?

Allgemein werden die Kanaren aufgrund ihrer ganzjährig milden Temperaturen die “Inseln des ewigen Frühlings” genannt. Die Lage und die Beschaffenheit der Insel rufen Wetterbedingungen hervor, die in Europa ihresgleichen suchen. Es gibt hier mehrere Klimazonen, unterteilt nach der Höhe. In den Küstengebieten ist es in der Regel warm und sonnig, vor allem im Süden der Insel. Die höher gelegenen Dörfer können dagegen im Winter auch kältere Temperaturen haben und verzeichnen auch mehr Regen. Richtig streng kann es in den Bergen, vor allem im Nationalpark Teide werden. Hier ist Schnee im Winder keine Seltenheit.

Die Durchschnittstemperaturen liegen im Winter zwischen 17°C und 21°C, während der Somme heiß, aber mit Temperaturen um die 30°C auch nicht zu heiß ist. Badeurlaub ist auf Teneriffa das gesamte Jahr über möglich. Das macht die Insel zu einem sehr beliebten Ziel für Winterurlauber und Überwinterer.

 

Welche ist die beste Jahreszeit zum Reisen nach Teneriffa?

Das kommt ganz darauf an, warum du nach Teneriffa kommst.

Möchtest du der Kälte in Deutschland entfliehen und am Meer etwas Sonne tanken, so ist die Wintersaison eine gute Option. Sei dir allerdings bewusst, dass die Monate von Ende Oktober bis März die Hochsaison der Insel sind. In dieser Zeit sind die Hotels und Ferienwohnungen nahezu ausgebucht und viele Überwinterer fliegen ein. Zudem nutzen auch zahlreiche Personen mit körperlichen Beschwerden wie beispielsweise Rheuma oder Gicht das milde Klima, um sich von der Kälte in Nordeuropa zu erholen. Dabei steigt der Altersdurchschnitt auf der Insel nicht unerheblich, was bei jüngeren Reisenden auf der Suche nach Unterhaltung nicht immer auf Gefallen trifft.

Für die Einheimischen ist das die geschäftigste Zeit und das obwohl typische Erscheinungen des Tourismus wie Partys und Saufkolonnen ausbleiben. Die Temperaturen sind im Vergleich zu Deutschland natürlich unverschämt hoch. Unterschätze allerdings nicht, dass es abends bzw. in höheren Lagen durchaus frisch werden kann und auch der Regen bzw. Wolkenwände Pläne durchkreuzen können. Hey, dafür ist der Winter nunmal da – exotische Insel hin oder her.   

Die zweite Hochsaison sind die Sommermonate von Juni bis Anfang Oktober. Dann brennt die Sonne nur noch förmlich herunter und du kannst auf Teneriffa den idealen Badeurlaub verbringen. Auch wenn die auf der Anzeige gar nicht so hohen Temperaturen täuschen, solltest du die Kraft dieses Glutballs am Himmel nicht unterschätzen. Die Nähe zum Äquator kann man spüren und so manch ein Tourist kann davon noch Wochen hinterher ein Lied singen.

Das Publikum ist im Sommer jung und international. Es gibt Festivals, Partys in Beachclubs, nette Rettungschwimmer(innen) und alles was das Herz begehrt.

Bist du auf der Suche nach Ruhe, Entspannung, Ungestörtheit in der Natur und Distanz zum Massentourismus, so solltest du die Nebensaison in Erwägung ziehen. Geeignete Monate sind zum einen April und Mai, wenn die Überwinterer in ihre Heimat zurückkehren und die Insel sich ganz gemütlich auf den heißen Sommer vorbereitet. Zum anderen können auch die Monate September und Oktober (außerhalb der Schulferien) vorteilhaft sein, da die Wärme des Sommers noch nachwirkt, aber der große Teil der Touristen abgereist ist.

Zu diesen Zeiten kannst du bei in der Regel beständigem Wetter die Schönheit der Insel genießen, ohne dich vom Tumult gestört zu fühlen. Zudem kann man in diesen Monaten meist recht günstige Flugverbindungen finden, also Augen auf!

 

Was ist besser, der Norden oder Süden?

Die ewige Streitfrage, die schon ganze Völker entzweit hat: geht man in den Norden Teneriffas oder in den Süden? Eins vorneweg, ich kann es dir nicht sagen. Die Insel ist für ihre unglaubliche Vielfalt bekannt und Nord wie Süd sind schlichtweg zwei vollkommen verschiedene Welten. Sei es das Wetter, die Natur, die Architektur, das Verhalten der Einheimischen oder die Infrastruktur – sie sind einfach unterschiedlich. Die Wahl liegt also ganz bei dir und deinen Interessen bzw. Vorlieben.

Um dir eine grobe Orientierung zu geben: Suchst du grüne Natur, Entspannung, Ursprünglichkeit, Gemütlichkeit und hast du nichts gegen ein paar Regentropfen, so ist der Norden deine Wahl. Gefallen dir heißes Wetter, raue Landschaften, Partyatmosphäre und internationale Geschäftigkeit, ab mit dir in den Süden.

Wie du aber selbst weißt, ist die Welt nicht nur schwarz und weiß, genauso wenig wie der Norden nur ruhig und der Süden nur turbulent ist. Beide Teile der Insel haben ihre Vorzüge und kleinen Nachteile. Deswegen empfehle ich jedem, der Teneriffa besucht, sich beides anzusehen und für sich selbst einen Favoriten zu wählen.

 

Gibt es auf der Insel überhaupt Internet?

Kein Witz, diese Frage ist schon mehrfach gekommen. Ich bin in solchen Momenten immer ratlos, weil ich nicht weiß, ob ich lachen oder weinen soll. Also ja, es gibt Internet – so ist übrigens auch dieser Blog hier entstanden ;-). Und nein, auch wenn Teneriffa sicher nicht die modernste aller Inselgesellschaften ist, so ist sie dennoch nicht mit einem Entwicklungsland gleichzusetzen.

Sicher, man erhält hier nicht die schnellste Internetverbindung, die man sich vorstellen kann. Wir reden immer noch von einer Insel nahe Afrika und es gibt nach wie vor Hotels, die den Trend komplett verschlafen haben und WIFI – wenn überhaupt – nur in der Lobby anbieten. Das liegt aber weniger an der Lage, noch an den noch verhältnismäßig spärlichen Masten auf der Insel als vielmehr an der hiesigen Gemütlichkeit, mit der man Modernität begegnet.

Jetzt aber keine Panik, es gibt zahlreiche Restaurants, Bars, Cafés, Internetshops und öffentliche Einrichtungen, die WLan zur Verfügung stellen. Und sollte es doch mal nicht funktionieren, nutze die Gelegenheit für einen netten Plausch mit Pepe neben dir – das macht sogar noch viel mehr Spaß als surfen!

 

Und den Euro?

Ja, den gibt es hier auch. Die spanische Peseta ist längst Vergangenheit und die neuen bunten Scheinchen aus Europa werden von den Einheimischen gern akzeptiert. Kommst du aus einem Nicht-EU-Land, so findest du hier vor Ort zahlreiche Wechselstuben, die dir weiterhelfen werden.

Umrechnungsquote: 1€ – 1,50€ = ein Café con leche (Milchkaffee)

 

Gibt es auch Kinder Schokolade (aka. Was gibt es auf Teneriffa zu essen)?

JA! JA! JA! Das Überleben im Urlaub und als Auswanderer auf der Insel ist gesichert – es gibt sie! Na gut, solltest du auf Kinder Country stehen so wie ich, wird die Suche etwas kniffliger, aber du schaffst das. Mit etwas Glück stolperst du auf dem Weg über eine Schachtel Yogurette.  

Spaß beiseite, du wirst hier nicht verhungern. Auf Teneriffa findest du alle wichtigen Lebensmittel, die du auch aus deinem Tante-Emma-Laden vor der Haustür kennst. Der einzige Nachteil ist, dass hier manchmal die Vielfalt und damit die Auswahl fehlt. Während du dich in Deutschland vor gefühlten 10m Regalwand mit Olivenölen entscheiden musst, gibt es hier schlicht 3 Sorten. Für Pragmatiker ist es also quasi das reine Paradies.  

Bekannte Supermarktketten sind Mercadona, Hiperdino, Hipertrebol, Carrefour, Dialprix und Coviran. Durch die großen Auswanderergemeinden und die starken Touristenschwünge aus gewissen Ländern haben sich auch ausländische Supermärkte in den Markt integriert. So freuen sich die Briten über jede Menge Fertiggerichte im Iceland, während die Deutschen sich an den Wühltischen von Lidl um die neuesten Promotionen drängen.  

Die Internationalität spiegelt sich auch bei all den Bars, Cafés und Restaurants wider. Deutsche Küche, chinesische Küche, britische Küche (auch wenn manch einer meint, die gäbe es gar nicht), spanische Küche, italienische Küche, arabische Küche und natürlich die lokale Küche. Wenn man sich gar nicht entscheiden kann, kann man auch einen der neueren Foodmarkets besuchen. Dort findest du von vegan bis Meeresfrüchte alles und kannst noch dazu die Gerichte kombinieren. Da ist für jeden etwas dabei!

 

Ist das Leben dort teuer? Brauche ich ein großes Reisebudget?

Auch hier kommt es wieder ganz auf dich an. Natürlich kann man sich die teuerste Yacht chartern und bei gutem Champagner mit Blick auf die Ferienvilla den Sonnenuntergang genießen. Man kann aber auch genauso gemeinsam mit den Sonnenkindern vom Spaghetti-Beach unter freiem Himmel schlafen.

Prinzipiell gilt: Schnäppchen bei der Unterkunft sind immer drin, sei es über Last-Minute-Pakete der großen Anbieter oder über Privatvermietung. Die Lebensmittel sind dank vieler Subventionen verhältnismäßig günstig. Natürlich sind importierte Produkte preisintensiver als in Deutschland, dafür sparst du bei Obst und Gemüse erheblich und erhältst noch dazu frische Qualität. Dank des Freihandelsabkommens der Kanarischen Inseln sind Waren wie Tabak, Alkohol und Parfüms auf Teneriffa unschlagbar günstig, hier solltest du bei Bedarf also definitiv zugreifen.

Bei allen anderen Dingen wie Ausflügen, Souvenirs und Restaurantbesuchen sind die Preise im Süden natürlich stärker an den Tourismus angepasst (und damit höher) als im Norden. Vergleiche also auf jeden Fall, handele bei den Ausflugspreisen etwas und wirf’ bei den Restaurants vor dem Betreten einen Blick auf die Karte. Empfehlenswert sind hier natürlich die heimischen Lokale, die sogenannten Guachinches. Dort bekommst du gute, kanarische Hausmannskost zu kleinem Preis in originaler Atmosphäre.  

 

Wie ist der Verkehr auf der Insel?

Ein Wort: chaotisch! Aber fangen wir mit den positiven Seiten an: 

    • Es herrscht Rechtsverkehr;
    • Es gibt unzählige Kreisverkehre, die das Vorankommen wesentlich flüssiger gestalten;
    • Im Vergleich zu Deutschland empfindet man das Autofahren hier als wesentlich weniger aggressiv;
    • Man kann sich bei vielen namhaften Autovermietungen problemlos ein Auto leihen (das Mindestalter liegt meist bei 23 Jahren) und die Insel erkunden.

Auch wenn ich es nicht mag, dich zu beunruhigen, so muss ich der Vollständigkeit halber auch die negativen Seiten erwähnen:

    • Blinker, Rück- und Seitenspiegel zählen für viele Einheimische als Deko- und nicht als Gebrauchsgegenstand;
    • Autobahnauf- und abfahrten sind hier im Gegensatz zu Deutschland sehr kurz gestaltet, Zögern ist also nicht;
    • die Beschilderung für Orte und Sehenswürdigkeiten ist mitunter abenteuerlich bzw. gar nicht erst vorhanden;
    • man braucht Geduld. Sehr viel Geduld.

 

Gibt es viel Kriminalität auf Teneriffa?

Teneriffa und vor allem der Süden der Insel, weisen eine hohe Internationalität und Vielschichtigkeit verteilt auf verhältnismäßig kleinem Raum auf. Aber: Was in anderen Ländern vor diesem Hintergrund gern zu Konflikten und Zwischenfällen führt, funktioniert hier allerdings prima.

Sicher, es kommt natürlich auch mal zu Auseinandersetzungen, kleineren Überfällen, Diebstahl oder in ganz seltenen Fällen Mord – die Menschheit hat es nun einmal an sich, dass sie nie komplett friedlich leben kann. Auf Teneriffa geschehen all diese Dinge allerdings in solch geringer Frequenz, dass man wirklich kurz erschrickt, wenn etwas passiert.  

Ich fühle mich hier ehrlich gesagt beim Ausgehen sicherer, als ich mich beispielsweise im Nachtleben in Deutschland gefühlt habe. Mir wurde noch nie etwas gestohlen, meinem Auto ist – bis auf eine nette Schramme von einem rücksichtsvollen Parknachbar – nichts passiert und ich oder meine Freunde wurden noch nie in irgendeiner Art angegriffen. Die Canarios sind ein sehr friedliches, herzliches Volk ganz ohne Fremdenhass. Ein Verhalten von dem sich manch eine andere Gegend in Europa eine Scheibe abschneiden kann. Natürlich, gehört aber auch immer ein respektvolles Verhalten deinerseits dazu.

 

Kommt man auf Teneriffa auch ohne Spanischkenntnisse zurecht?

Ja und nein. Im Urlaub kommst du in der Regel ganz prima aus. Die meisten Mitarbeiter im Tourismusbereich beherrschen ein wenig (oder mit Glück sogar viel) Deutsch, sicher aber Englisch oder Französisch. Für den Notfall kannst du dir ja auch vorab schon ein paar typische Floskeln auf Spanisch einprägen. Das zaubert garantiert ein Lächeln ins Gesicht der Einheimischen.

Solltest du aber die Absicht haben, dich für längere Zeit auf Teneriffa niederzulassen oder gar nach Teneriffa auszuwandern, so lege ich dir definitiv ans Herz, Spanisch zu lernen. Bei Behörden, Ärzten und alltäglichen Besorgungen kommt man mitunter mit Deutsch oder Englisch schlichtweg nicht weiter. Einheimische werden dich viel offener in ihrer Mitte aufnehmen, weil sie so besser mit dir kommunizieren können. Und sich immer auf Dolmetscher zu verlassen ist teuer. Auch wenn es viele Menschen gibt, die das seit vielen Jahren so pflegen und von ihrem Klein-Deutschland schwärmen – tu es bitte nicht. Du grenzt dich von vornherein von dem Leben auf der Insel aus, deretwegen du gekommen bist. .

 

Wie lang bist du schon auf Teneriffa?

Am 30. Oktober 2015 sind es genau 4 Jahre! Der Plan “ich bleibe nur 7 Monate für ein Praktikum und ziehe dann weiter” hat offensichtlich ganz prima funktioniert. Aber ich beschwere mich nicht, ganz im Gegenteil. Mit der Insel habe ich mein zweites zu Hause gefunden und ich habe jeden einzelnen Tag genossen.  

 

Willst du jetzt eigentlich für immer auf der Insel leben?

Das ist die große Jackpot-Frage! Warum? Man stellt sie mir ständig und ich habe nie die passende Antwort. Denn je nachdem wie die Laune steht, ob man gerade Heim-/Fernweh hat, wie es den Lieben zu Hause geht oder was man gerade auf Teneriffa erlebt – meine Meinung ändert sich ehrlich gesagt ständig.

Fest steht: die Insel bietet alles, was ich für ein glückliches Leben brauche. Fakt ist aber auch, das mit meiner Familie und meinen Freunden in Deutschland immer ein entscheidender Teil hier fehlen wird. Ich sage daher niemals “nie”, denn man weiß nicht, was die Zukunft bereithält. Aber sicher ist: solange ich hier glücklich bin, werde ich definitiv bleiben.  

 

Deine Frage fehlt? Kein Problem! Hinterlasse mir einen Kommentar oder schreibe mir eine Nachricht und ich helfe dir weiter.