Sie gehören zu den Kanaren wie die Sonne und das Meer: Mojo Rojo und Mojo Verde. Jeder, der die Inseln besucht und die hiesige Küche probiert hat, kennt sie. Die auf Knoblauch und Öl basierenden Soßen, die gern mit einer Art Pesto verglichen werden, reicht man hier in kleinen Schälchen zu jedem Essen in den traditionellen Restaurants. Mojo Verde passt zu Fisch, Mojo Rojo wird gern zu Fleisch gereicht. Wobei jeder bunt nach Lust und Laune mischen kann, was meistens mit Beilagen wie Brot oder den kanarischen Runzelkartoffeln – “Papas arrugadas” – getan wird.

Mojo Picón, Mojo Rojo

Mojo Rojo

Von Freunden in der Heimat höre ich oft, dass sie die Mojo-Soßen lieben, aber leider die gekauften Gläser davon zu Hause längst schon wieder leer sind. Hierzu zwei Dinge: Ja, es gibt die Mojos in fertiger oder in Pulverform als touristisches Produkt zu kaufen. Der Geschmack ist durchschnittlich bis annehmbar, aber kommt definitiv nicht an die hausgemachten Originale heran. Punkt zwei: Dein Glück, dass du diesen Blogeintrag gefunden hast!

Ich werde heute eines der behüteten Geheimnisse der kanarischen Küche lüften und dir ein Rezept von einem befreundeten Koch verraten, der es wiederum von seiner Mama abgeschaut hat. Und diese hat es von ihrer Mama und diese von der Mama davor und so weiter. Natürlich immer streng behütet, damit der Mojo der Nachbarin ja nicht besser schmeckt.

Der rote Mojo ist die schärfere der beiden Varianten und wird daher auch Mojo Picón genannt. Woher das kommt, zeigen schon die Zutaten:

 

Man nehme…

 

  • ½ große rote Paprika (oder eine kleine rote)
  • Chilischoten (je nach Größe 2-3)
  • Eventuell getrocknete Tomaten (nicht unbedingt notwendig)
  • Mandeln
  • 4-5 Knoblauchzehen (nicht Erschrecken, nach Belieben kann es sogar auch gern mehr sein)
  • Paprikapulver scharf und süß (je nach Geschmack)
  • Kreuzkümmel (wichtig, es ist nicht dasselbe wie der in Deutschland oft vertretene Kümmel)
  • Salz (am besten Meersalz), Pfeffer
  • Weißweinessig
  • Olivenöl (3 Anteile Öl auf ein Anteil Essig)
  • Mixstab (oder wenn du viel Ausdauer hast auch gern Mörser und Stößel)

 

Und so wird es gemacht:

Guten Appetit!, Mojo Rojo

Guten Appetit!

 

Entkerne die Chilischoten und lasse sie in einem Topf mit heißem Wasser köcheln bis sie weich sind und sich das Wasser leicht rot wird – das nimmt ihnen etwas die Schärfe. Schneide die rote Paprika in kleine Stücke und brate sie in einer Pfanne mit etwas Öl an. Den Knoblauch hackst du sehr fein und gibst ihn gemeinsam mit den Chilischoten und Paprikastücken in eine Schüssel. Füge etwa eine Hand voll Mandeln (je nach gewünschter Cremigkeit), die Gewürze, das Essig und das Öl hinzu und püriere anschließend alles mit einem Mixstab. Nun hilft abschmecken, um zu sehen, ob eine Zutat stärker vertreten sein müsste. Sollte der Mojo zu fest geraten, kann man nach Belieben etwas Wasser bzw. Essig und Öl hinzugeben.

Danach gut durchziehen lassen und einen Teil servieren und den Rest im Kühlschrank kalt stellen.

Bonus: Einmal Aufwand, mehrfach davon profitiert – In einem verschlossenen Gefäß hält sich die Mojo-Soße im Kühlschrank je nach Qualität der Zutaten mehrere Wochen bis sogar mehrere Monate lang!

Ich wünsche dir schon jetzt viel Spaß beim Ausprobieren und hoffe, du kannst damit deinen Lieben eine Freude machen und ganz einfach das Urlaubsfeeling auf den Tisch zaubern! :-)