Recetas Canarias Teil 3: Papas arrugadas

 

Der große Tag ist gekommen! Sicher bist du schon öfters morgen aufgewacht und hast dieses trügerische Gefühl gehabt, das dir irgendetwas fehlt. Eine Unvollständigkeit in deinem Leben, die du nicht zu beseitigen wusstest. Keine Sorge, ich weiß, woran das lag.

Nachdem du in den vorhergehenden Teilen gelernt hast, den Mojo Rojo und Mojo Verde zuzubereiten, konnte das ja nur so enden. Denn dir fehlte die wichtigste Komponente der Kanarischen Küche. Die Grundlage, ohne die Mojo Saucen einfach keinen Sinn ergeben. Dir fehlte das Rezept für Papas arrugadas – die Kanarischen Runzelkartoffeln!

Papas arrugadas

Die bei Einheimischen wie Touristen sehr beliebten Papas arrugadas

Sie sind auf den Kanaren einfach überall. Ob als Beilage zu Fleisch- oder Fischgerichten oder als Tapa zum picken oder als eigenständiges Gericht. Pommes, Reis oder gekochte Kartoffeln können da locker einpacken.

Ihren Namen, wörtlich übersetzt “faltige Kartoffeln”, verdienen sie sich durch ihre unverwechselbare runzlige Optik. Charakteristisch ist dabei, dass sie mit Schale gegessen werden. Diese wiederum hat in der Regel eine übertrieben dicke Salzschicht, meist in Pulverform oder groben Salzkörnern. Das verleiht den Papas arrugadas auch den einmaligen Geschmack, der von “Gott, ist das salzig” in “Ach, ist das lecker” übergeht.

Oberstes Gebot bei den Papas arrugadas ist also: Schäle sie niemals! Es sei denn du willst dich direkt als Neuling auf den Kanaren outen. Feinschmecker mit gesundheitlichen Problemen sind davon natürlich ausgenommen.

Jetzt will ich dich aber nicht länger auf die Folter spannen. Das folgende Rezept stammt genau wie seine Vorgänger von einem einheimischen Koch, wobei es natürlich immer geringe Abweichungen von Familie zu Familie gibt.

 

Man nehme…

 

  • je nach gewünschter Menge sehr kleine, gleichmäßig große Kartoffeln, zum Beispiel 1 Kg (auf den Kanaren verwendet man die Sorten Papas negras oder Papas bonitas, in Deutschland eignen sich beispielsweise Drillinge oder schlichtweg viele kleine Kartoffeln)
  • grobes Meersalz, ca. 200g (auf den Inseln kocht man gern mit sauberem Meerwasser, wenn man dazu Zugang hat, da fällt die Zugabe von Salz dann natürlich weg)

 

 

 

So wird es gemacht:

Wasche die Kartoffeln sehr gründlich und bürste sie gegebenenfalls ab, damit du die Schale später ohne Bedenken mitessen kannst. Lege sie danach in einen großen Topf und bedecke sie etwa bis zur Hälfte mit Wasser. Danach gibst du das Meersalz hinzu. Man rechnet in der Regel für einen Kilo Wasser mit 4 Esslöffeln Salz, wobei du allerdings bis auf ein Viertel des Kartoffelgewichts aufstocken kannst – ganz nach deinem Geschmack. Die Canarios orientieren sich auch gern daran, dass die Kartoffeln bei genügend Salzzugabe leicht zu treiben beginnen.

Danach bringst du die Kartoffeln zum Kochen. Gern wird hierbei ein Küchentuch unter den Topfdeckel gespannt, um das Wasser besser verdampfen zu lassen. Plane hierfür etwa 20-30 Minuten, je nach Kartoffelsorte ein.

Für das weitere Vorgehen gibt es zwei Varianten. Hast du es eilig, gießt du das verbleibende Wasser ab und lässt den Topf offen auf der noch heißen Herdplatte stehen. Schwenke ihn ab und zu, während das verbleibende Wasser mit der Hitze verdampft und die Schale der Kartoffeln eine runzlige, weiße Schicht werden.

Hast du etwas mehr Zeit, versuche die traditionellere Variante zwei und lasse die Kartoffeln so lange kochen, bis das gesamte Wasser verdampft ist. Nach etwa 20-30 weiteren Minuten auf kleiner Flamme nehmen die Papas arrugadas auch hier die faltige Optik und die Salzkruste an.

Nimm die Kartoffeln aus dem Topf und serviere sie entweder noch heiß oder leicht abgekühlt zusammen mit den Mojo Saucen.

 

Papas arrugadas 2

Eine perfekte Ergänzung für eine Vielzahl von Gerichten!

 

Damit bringst du dir Kanarenfeeling nach Hause und deine liebsten werden sich die Finger danach lecken.

 

Ich wünsche dir dabei viel Spaß und guten Appetit! Bei Fragen zum Rezept hinterlasse mir jederzeit gern einen Kommentar. :-)