Die “Cueva de los Cerebros” (wörtlich übersetzt “die Höhle der Gehirne”) ist eine der größten und schönsten für Taucher zugänglichen Höhlen im Archipel der Kanarischen Inseln. Was es in ihrem Inneren zu entdecken gibt und woher der außergewöhnliche Name kommt, erfährst du hier.

Schon bei meinem ersten Schnuppertauchgang während eines Urlaubes auf der kleinen, verträumten Insel Comino bei Malta entdeckte ich sie: meine Faszination für das Höhlentauchen. Zugegeben, das Höhlentauchen ist eine etwas riskantere Variante des Tauchens. Allerdings bietet sie dir dafür als Ausgleich die Möglichkeit, sprichwörtlich in eine geheimnisvolle Welt voller Leben, Farbspiele und faszinierenden Felsformationen abzutauchen.

Kein Wunder also, dass ich mittlerweile schon mehrfach die Cueva de los Cerebros besucht habe und bei jedem einzelnen Tauchgang aufs Neue von Ihrer Schönheit fasziniert bin. Denn hier ist nie etwas so, wie beim Besuch zuvor. Die Höhle ist ein besonderes Schutzgebiet und befindet sich in ständiger Veränderung

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Wo befindet sich die Cueva de los Cerebros?

Es handelt sich bei der Grotte um einen vulkanisch entstandenen Kanal, der sich an der Steinküste ganz in der Nähe des Luxushotels Abama an der Westküste von Teneriffa befindet. Von dessen traumhaften Strand aus startet man in der Regel zu den Tauchexpeditionen in der Cueva de los Cerebros. Dabei verlässt man den geschützten Strandbereich seitlich der aufgeschütteten Wellenbrecher und taucht dann nahe der imposanten Felswände auf etwa 12m hinab.   

Unterwegs zur Höhle kann man allerhand Meeresbewohnern begegnen, von Seeigeln über Seesterne, vom bunten Meerpfau bishin zu den scheuen Tintenfischen. Der Höhleneingang wartet nach etwa 100m rechter Hand in 12m Tiefe auf seine Besucher. Bereits dort kann man erkennen, woher die Höhle ihren Namen hat. Ihre Wände sind über und über mit Schwämmen bedeckt, die der Form des menschlichen Gehirns stark ähneln. Im Spanischen heißen sie “Esponja cerebro”, also Gehirnschwämme. Der Boden hingegen ist durch den vulkanischen Ursprung und die ständigen Veränderungen der Gesteinsformationen völlig mit Steinen bedeckt.

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Was befindet sich in der Höhle?

Schwimmt man in den großen Vorhof der Höhle, so verdunkelt sich augenblicklich die Sicht. Schaut man nach oben, entdeckt man direkt ein relativ großes Loch in der Decke, an dem man je nach Strömung das Wasser brechen sieht. Dieses Loch führt zu einer kleinen, in sich geschlossenen Felskuppel, in die durch einige Felsspalten Licht dringt. Genau dieses Licht sorgt unter Wasser im Inneren der Höhle für ein spektakuläres Farbspiel aus dunkelblauen und schwarzen Tönen.  

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Nun kannst du rechts wie links etwas weiter in die Nebenarme der Höhle vordringen. Dort wird dann das Licht deiner Tauchlampe nötig, denn gerade die etwas weiter hinten liegenden Gänge sind vollkommen dunkel und völlig ohne Tageslicht. Solltest du beim Schwenken deiner Lampe plötzlich auf zwei stark reflektierende Punkte am anderen Ende des Höhlenraumes stoßen, so verfalle nicht in Panik! Höchstwahrscheinlich hast du gerade einen “Chucho negro” gefunden, einen auf den Kanaren häufig vorkommenden Runden Stechrochen. Dieser kann bis zu 2,5m groß werden und ist giftig, allerdings auch sehr scheu. Solange du ihm nicht zu nahe kommst und dich ihm gegenüber friedlich und respektvoll verhältst, wirst du in der Regel keinerlei Problem mit ihm bekommen. Ganz im Gegenteil, diese wunderschönen Tiere ergreifen in der Regel direkt die Flucht, wenn sie auf Taucher treffen.

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Wesentlich heroischer kann da der Kanarische Hummer sein. Einmal ins Rampenlicht gerückt, baut er sich mit seinen zwei starken Scheren vor dir auf und wedelt mit diesen gefährlich vor deinen Augen, während er sich im Rückwärtsgang von dir entfernt. Man trifft ihn vor allem in dunklen Gebieten und er kann bis zu 15cm groß werden. Besonders schön sind die kreis- und punktförmigen Muster auf seinem Panzer, die im Licht der Taschenlampe leuchten.

Was muss ich beachten?

Wie eingangs schon beschrieben, ist das Höhlentauchen nicht ungefährlich und den erfahreneren Freizeittauchern vorbehalten. Du solltest dich also niemals ohne genügend Vorbereitung und ohne Begleitung in die Cueva de los Cerebros wagen. Ich habe bei meinen Ausflügen stets die Unterstützung meiner lieben Freunde Javi und Silvi von Challenging Tenerife, die auch so nett waren, mir die hier gezeigten Bilder zur Verfügung zu stellen. Die richtige Ausrüstung in Form von Taschenlampe und genügend Luft steht natürlich außer Frage, ebenso wie die passenden Wetterbedingungen. Für Klaustrophobiker ist die Höhle ungeeignet. Wenn du das alles beachtest, ist die Höhle ein spannendes Ziel für deinen nächsten Tauchgang auf Teneriffa, an den du dich sicher noch lange erinnern wirst.

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Anfahrt:

Sofern du nicht den Transfer über das Tauchzentrum organisierst, mit dem du auf Tour gehst, kannst du das Hotel Abama von nördlicher und südlicher Richtung über die TF-47 erreichen. Verlasse die Straße über die Abfahrt des Hotels. Eine Zufahrt zum Strand für das Abladen von Equipment gibt es, allerdings ist dort das dauerhafte Parken verboten. Der öffentliche Parkplatz befindet sich ein gutes Stück weiter oben im Eingangsbereich des Hotels. Viele Tauchzentren bieten den Tauchgang mit der Anfahrt per Boot an, was bis zu 30 Minuten Anfahrt dauern kann.  

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Survival Index5

Fazit:

Eine faszinierende Unterwasserwelt, deren Schönheit im Verborgenen liegt. Lass dich von den Formen, Farben und der Fauna verzaubern!