Spätestens seit den animierten Madagaskar-Filmen liebt man weltweit die possierlichen Lemuren mit ihren markanten, schwarz weiß gestreiften Schwänzen. Hier auf Teneriffa habe ich gelernt, dass diese Affenart nicht nur süß, sondern auch erstaunlich verfressen ist. Im Monkey Park bei Los Cristianos kann man sie in ihren Gehegen besuchen und sogar füttern.

 

Der Kakteengarten, Monkey Park, Los Cristianos Teneriffa

Der Kakteengarten

Ich kenne alle Erlebnisparks Teneriffas bis auf einen. Sie alle haben ihre Vor- und Nachteile und vom kommerziellen Trubel rundherum kann man halten was man möchte. Ich persönlich finde es zeitweise leicht anstrengend. Man ist als Tourist am Flughafen Teneriffa Süd ja noch nicht mal am Gepäckband angekommen, da schreien einem schon die bunten Werbebanner entgegen. Kein Mülleimer, kein Bus, keine zehn Kilometer auf der Autobahn ohne irgendwo den Namen einer der Freizeitfabriken zu entdecken. Clever sind sie, aber schön ist was anderes.

Es gibt allerdings einen Park unter ihnen, den ich wirklich mag – den Monkey Park in Los Cristianos. Er liegt etwas außerhalb des Ortes, parallel zur Südautobahn. Im Gegensatz zur Konkurrenz schaltet man kaum Werbung (was sicherlich auch mit Größe und Kapital zusammenhängt) und auch sonst fehlen hier die üblichen “Sonderangebote”, aufdringliche Souvenirshops und Besuchermassen. Genau das macht den Park so charmant.

Krokodil im Monkey Park, Los Cristianos, Teneriffa

Hier stört man lieber nicht bei der Mittagsruhe

Der Monkey Park hat sich ganz auf Affen und Papageien spezialisiert, wobei man aber auch Krokodile, Echsen und Schildkröten bestaunen kann. Das besondere ist, dass man im Gegensatz zu den meisten anderen zoologischen Anlagen hier einige der Gehege als Besucher selbst durchläuft. Sprich, man ist Auge in Auge mit Gelbbrustaras und Hand in Hand mit Lemuren. Natürlich schaut dabei einer der Pfleger immer nach dem Rechten. Weiter voran im Park findet man geschlossene Gehege mit den etwas gefährlicheren Affenarten und den kleineren Rassen sowie einen Kaktusgarten.

Der Höhepunkt des Ganzen ist, dass man die Tiere sogar füttern darf. Früher ging das leider etwas schief. Besucher, die davon wussten, schleppten bergeweise Bananen und Weintrauben in den Park. Allen voran litten darunter die Lemuren, denn als heimliche Stars des Monkey Parks mussten sie nur gemütlich ihre kleinen Hände aufhalten und bekamen im Sekundentakt Futter hineingelegt. Konsequenz: Dicke Hängebäuche und Quarantäne mit Zwangsdiät. Was haben die Armen auf Entzug gelitten.

Die Lemuren, Monkey Park, Los Cristianos

Die Lemuren

Die Parkleitung hat aber schnell darauf reagiert und verboten, dass Futter in die Anlage mitgebracht werden darf. Seitdem kann man am Eingang gegen ein kleines Entgelt eine kleine Futterschachtel mit wenig Obst und viel Gemüse erwerben – und schon schwinden die Affenpfunde!

Ich persönlich mag den Park sehr, weil er bewusst so klein und familiär gehalten wird und man in direktem Kontakt mit den Tieren steht. So nah kommt man Papageien und Affen sonst nicht und es ist natürlich aufregend, wenn man mit ihnen interagieren kann. Genauso witzig ist es, zu erraten, wer welches Fressen am liebsten mag. Während ein weißes Kakadupärchen außer Mais und Erbsen alles angebotene direkt wieder auf den Käfigboden katapultiert, würden die Schimpansen „Bongo“ und „Klaus“ einem gern direkt die komplette Schachtel abnehmen. Genauso gierig sind die Lemuren, die ihren Niedlichkeitsfaktor definitiv ausspielen und zudem gern Schabernack treiben. Erst bei unserem letzten Besuch haben wir einem der Pfleger geholfen, sie zurückzubringen, nachdem sie durch eine Verbindungstür ins Nachbargehege getürmt sind.

Lemuren im Monkey Park, Los Cristianos, Teneriffa

Die Kleinen erobern Herzen im Sturm

Solltest du einmal in der Nähe sein und Affen und Papageien mögen, so lass dir den Monkey Park nicht entgehen. Der Eintritt ist mit 10€ nicht teuer und man sieht, dass man sich um das Wohl der Tiere bemüht. Die Idee, dass man mit ihnen in direkten Kontakt treten kann, finde ich großartig und auf den entsprechenden Infotafeln lernt man gleich noch etwas über ihre Lebensräume, Vorlieben und gefährdete Arten. Alles in allem kann man dort ein bis zwei schöne und sehr entspannte Stunden verbringen.

Nicht falsch verstehen, natürlich bin ich ein Tierfreund und ich bin mir der Kontroverse beim Besuch einer solchen Anlage absolut bewusst. Es ist nie hundertprozentig artgerecht Tiere zu halten, denn artgerecht ist die freie Natur und kein Park oder Zoo. Aber es gibt Unterschiede bei den Einrichtungen und so wie ich den Monkey Park über die letzten Jahre erlebt habe, gibt man sich alle Mühe, einen guten Mittelweg zu finden und den Menschen exotische Tiere näher zu bringen.

Du brauchst auch keine Sorge um die Affen zu haben: wenn ein Besucher sich mal daneben benimmt oder schlichtweg unsympathisch ist, positionieren sie sich darüber und starten mit dem Zielpinkeln. Es kann also nie schaden, ab und zu nach oben zu schauen ;-).

Affe im Monkey Park, Los Cristianos, Teneriffa

Perfekte Momentaufnahme ;-)